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Vinyl oder... was?

  • Nicola Bushuven
  • 20. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Über einen beliebten Fußboden und seine Alternativen


Alter Chevron-Parkettboden aus Echtholz – patiniert und charaktervoll



Ich mag kein Vinyl. Das ist kein Geheimnis.

Das bedeutet nicht, dass ich es nie einsetze — aber ich empfehle nie, und fast immer gibt es eine bessere Antwort auf die eigentliche Frage. Das Pflegeleichtigkeits-Argument

Immer wieder höre ich: Vinyl ist so pflegeleicht. Ich verstehe nicht, was damit gemeint ist. Putzen muss ich jeden Boden. Wischen, saugen, wischen. Das geht auf Vinyl nicht schneller als auf Parkett, Lino oder Fliesen. Was genau ist hier leichter?

Was gemeint ist, ist meistens: Ich habe Angst vor Wasser. Das ist eine berechtigte Angst — aber nur bei Fertigparkett. Und da gibt es Lösungen, die nicht aus Plastik sind. Was stattdessen funktioniert

Wer Wasser fürchtet, nimmt Linoleum. Es ist robust, reparierbar, fugenlos verlegbar, von Natur aus antibakteriell — und besteht aus Leinöl, Korkmehl, Naturharzen und Jute. Klimapositiv hergestellt, sinnvoll zu entsorgen. Die Optik ist charakterstark und echt, kein Fotodruck der eine Holzmaserung imitiert.

Wer investieren kann und will, nimmt geöltes Massivholzparkett. Mehrfach schleifbar, altert mit Würde, ist auch in Küche und Bad einsetzbar. Ein dankbares, lebendiges Material, geschützt durch die Oberfläche, die sich auch partiell reparieren lässt. Ein Boden wie gemalt und für eine lange Zeit, der nichts von seinem Charme verliert, sondern Geschichten erzählen wird. (Denn wenn Massivholzböden so empfindlich sind - warum lieben wir dann Altbauten mit 100 Jahre altem Parkett?)

Und Fliesen — die bekommen oft zu Unrecht ein schlechtes Image wegen der Kälte. Mit Fußbodenheizung ist das kein Argument. In der Übergangszeit ist es morgens kurz frisch. Das war's. Dafür gibt es Fliesen in wunderbaren Farben, Mustern und Formaten, die ein Raum werden und kein Kompromiss. Für den Flausch haben wir Teppiche. Plastik im Haus

Neben Herstellung, begrenzter Lebensdauer, Sondermüll bei der Entsorgung und dem Risiko von Ausdünstungen bei minderer Qualität gibt es noch einen Aspekt, der selten benannt wird: Es ist ein kleiner Betrug am Körper.

Vinyl sieht aus wie Holz. Es ist keins. Der Körper registriert das — nicht bewusst, aber er tut es. Haptik, Akustik, Temperatur, Geruch: alles imitiert, nichts echt. Man läuft barfuß darüber und fühlt sich hintergangen. Gutes Design ist das, was es ist. Ich mag kein Laminat oder Fliesen in Holzoptik, und ich mag kein Vinyl, das Parkett spielt.

Das mag nach einem Detail klingen, aber da der Fußboden die größte durchgehende Fläche im Haus ist, halte ich das nicht für banal. (Wände haben in Summe mehr, aber sie variieren oft in der Farbe. Wenn Sie mehr über Weißtöne wissen möchten, lesen Sie in meinem Artikel:


Mit der Wahl des Fußbodenbelages bestimmen Sie den Look. Das Gefühl. Den Vibe. Also wirklich kein Detail, sondern eine Entscheidung mit Tragweite. Man mag das auf einem Instagramfoto nicht sehen, aber man spürt das sofort, wenn man ein Haus betritt. Wann ich Vinyl trotzdem einsetze

Bei Renovierungen mit sehr geringer Aufbauhöhe, wenn wirklich nichts anderes passt. Bei Ferien- oder Mietwohnungen, die nicht die eigenen sind. Oder in Büroküchen - also Orten, wo Menschen viel Bewegung hineinbringen, sich aber seltenst Gedanken darüber machen wie diese aussehen, wenn sie sie verlassen haben.

Aber als erste Wahl? Wirklich nicht. Alle Vergleiche — Vinyl vs. Parkett, Keramik, Linoleum und Designestrich — gibt es als PDF zum Download. Für die Ablage, den nächsten Termin beim Handwerker oder einfach zum Nachschlagen.


Wenn Sie bei der Wahl des richtigen Fußbodens Unterstützung suchen - Sie wissen ja, wo Sie mich finden. Herzlich, Ihre NIC

 
 
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