Punkt, Punkt, Komma, Strich - der Grundriß-Check
- Nicola Bushuven
- 14. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Über Linien, die harmlos wirken – und teuer werden können.

Da ist er: der lang ersehnte Grundriss Ihres neuen Zuhauses.Sie haben entweder einen Architekten oder eine Architektin beauftragt, ein verlockendes Angebot eines Bauträgers für ein schlüsselfertiges Haus erhalten – oder Sie haben diesen etwas seltsam wirkenden Bau mit altem Baumbestand im Auge, in Laufweite zur besten Schule der Stadt.
Eine technische Zeichnung ist auf den ersten Blick oft verwirrend.Man erkennt nicht sofort, wo die Fenster sind, weil sich Maßketten, Bezeichnungen für Lüftungsanlagen und Dämmungen um den Platz auf dem Papier streiten.(Wie wunderbar simpel waren doch die alten Tuschezeichnungen.)
Irgendwann haben Sie den Dreh raus.Sie verstehen, in welche Richtung die Treppe läuft, dass diese Kringel etwas mit Abwasser zu tun haben, dass das Küchenfenster eine Brüstungshöhe hat – das im Wohnzimmer aber nicht.
Und trotzdem bleibt die Unsicherheit groß.
Viele Menschen lassen ihren Grundriss prüfen, weil sie spüren, dass zwischen Zeichnung und Alltag etwas fehlt.
Das ist vollkommen normal.
Ein Haus kauft man nicht oft. Meist nur einmal im Leben.Es ist in der Regel die teuerste Entscheidung überhaupt – mit Auswirkungen nicht nur auf Ihr Konto, sondern auf Ihr tägliches Leben. Das ist ein enormer Druck. Hier möchten Sie nichts falsch machen, denn das bleibt lange so.
Zunächst bekommen Sie jedoch nur Linien.Auf einem PDF. Vielleicht auf Papier. Mit etwas Glück eine dreidimensionale Darstellung – oder eine Besichtigung eines Hauses aus dem Jahr 1978, das seitdem keine Frischekur erlebt hat, abgesehen von einer neuen Haustür, die überhaupt nicht zum Baukörper passt.
Der Sprung von zweidimensionalen Linien ins reale Leben ist groß.
Dementsprechend erreichen mich sehr häufig Anfragen, die zunächst diffus wirken:
„Bitte eine 3D-Darstellung unserer Möbel in diesen Räumen.“
„Kann man die Küche so lassen?“
„Welchen Fußboden würden Sie hier legen?“
„Ist das nicht zu dunkel? Können Sie für diesen Raum das Licht planen?“
Diese Fragen sind mehr als verständlich. Oft kommen sie begleitet von selbst erstellten Plänen aus Online-Zeichenprogrammen.Ich sehe dann all die Gedanken, die Zeit, die Mühe, das bereits eingeplante Mobiliar – liebevoll auch das Körbchen für Waldi.
Manchmal sehe ich auch sehr verwegene Ideen, die nach den berühmten Lufthaken verlangen würden. Denn es gibt Wände, die man nun einmal nicht wegdekorieren kann.
Aber es zäumt das Pferd von hinten auf.
Die Details kommen später. Und ja – Sie dürfen sich darauf verlassen, dass ich nichts Wesentliches vergesse. Zunächst muss man ein Haus sehr nüchtern betrachten. Und das mache ich anders als ein Bauträger – und anders als viele Architekten.
Ich kenne nicht nur Alltage vieler Familien,sondern auch Blickachsen, Wegeführung, Ruhezonen, Lärm und Stille.
Eine zusätzliche Dusche im Erdgeschoss ist wenig hilfreich,wenn dafür die Garderobe geopfert wurde und man nun täglich über Schuhe stolpert.
Eine Speisekammer ergibt keinen Sinn,wenn sie so schmal ist, dass man sich nicht vor dem Regal bücken kann, um an die Kartoffeln zu kommen.
Große Fenster verlieren ihren Reiz,wenn deshalb der Fernseher an der einzigen Wand stehen mussund man mit dem Rücken zum Garten sitzt.
Oft entscheiden wenige Zentimeter: Fenster, die einem Kleiderschrank im Weg stehen. Türen, die Großzügigkeit zerstören oder Lärm nicht stoppen. Möbel, die im Plan kleiner wirken als im wirklichen Leben.
Das sind keine Sonderfälle, sondern typische Alltagsfallen.
Natürlich wohnen Sie heute schon. Sie haben eine sehr genaue Vision davon, wie Sie leben möchten.
Doch diese Vorstellungen in Linien, Punkte und Maßangaben zu übersetzen, verlangt Ihnen enorm viel ab – auf einem Gebiet, das Sie nur selten betreten.
Ich bewege mich dort seit über dreißig Jahren.Deshalb erkenne ich wunde Punkte rasch und entlocke auch vermeintlich unbrauchbaren Grundrissen ihr Potenzial.
An diesem Punkt wird mir oft klar:Diese Gespräche müssten früher stattfinden.
Und genau daraus ist der Grundriss-Check entstanden.
Bevor Sie einen Vertrag unterschreiben oder einen Bagger bestellen,lasse ich meinen geschulten Blick über diese Linien und Punkte schweifen.
Sie erhalten eine verlässliche Vorstellung davon,was Ihr Haus leisten kann –und was besser geändert werden sollte.
Keine Detailplanung. Die kommt später, wenn Sie möchten.
Aber ein klarer, fundierter Überblick.Und ein Gefühl für Ihr zukünftiges Zuhause, das deutlich greifbarer ist als ein dröges PDF. Ich plane für Sie. Damit Sie aufatmen können. Mit leichten Strichen, Punkten und Kommata
Ihre Nicola Bushuven


